Die Geliebte des Highlanders [20.11.14] by Monica McCarty

Die Geliebte des Highlanders [20.11.14] by Monica McCarty

Autor:Monica McCarty [McCarty, Monica]
Die sprache: deu
Format: epub
Tags: Historical
ISBN: 9783641144579
Google: TSybAwAAQBAJ
Barnesnoble:
Herausgeber: Blanvalet Taschenbuch Verlag
veröffentlicht: 2014-10-19T22:00:00+00:00


12

Da eine lange Strecke vor ihnen lag, befahl Lachlan Isabella sich auszuruhen, während sie auf den Einbruch der Nacht warteten. Ein Warten, das kein Ende zu nehmen schien. Doch als die letzten Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen spielten, waren sie schon unterwegs.

Wie besprochen blieben MacLean und Lamont noch für ein paar Tage in Berwick, um das Kloster zu beobachten. Somit waren sie nur zu viert: Boyd, Seton, Isabella und er selbst.

Ein Nachtritt war riskant, und meist ging es nur langsam voran, aber Boyd war in den Grenzmarken aufgewachsen und kannte das Gelände wie seine Westentasche. Dank seiner Ortskenntnis kamen sie auf der dunklen Straße am Ufer des Tweed rasch weiter.

Sein Instinkt drängte ihn, sich zu beeilen und das Gebiet schleunigst hinter sich zu lassen, aber Lachlan war besorgt – zu besorgt für seinen Seelenfrieden – um Isabella. Er wusste, dass er auf die Straße hätte achten sollen, aber immer häufiger glitt sein Blick zu der schmalen Gestalt, die vor ihm ritt, um sich zu vergewissern, dass bei ihr alles in Ordnung war.

Obwohl ihre Entschlossenheit unvermindert war –, er konnte noch immer nicht glauben, dass sie ihn bewogen hatte, einzuwilligen – machte ihm ihre Zartheit Sorgen. Die Kerkerhaft musste an ihrer Körperkraft gezehrt haben. Als er aus dem Gefängnis gekommen war, hatte er sich schwach wie ein Kätzchen gefühlt.

Er runzelte die Stirn. Bildete er es sich ein, oder sank sie mit jeder Meile mehr im Sattel zusammen?

Sie hatte trotz der lauen Sommernacht zwei Plaids um ihre schmalen Schultern gelegt. Er ahnte den Grund. Weil er die Kerkerhaft kannte, wusste er, was frieren bedeutete. Man wurde mit der Zeit das Gefühl nicht los, sich nie wieder erwärmen zu können. Aber sein eisiges Loch im Boden konnte man mit einem hoch auf einem Turm den Elementen ausgesetzten Käfig nicht vergleichen. Er konnte sich nicht vorstellen …

Verflucht …

Er konnte nicht daran denken. Wenn er daran dachte, würde er verrückt werden.

Sie mochte äußerlich weich und weiblich aussehen, aber dieses zarte Äußere verbarg einen eisernen Willen. Er hatte ihre Stärke stets bewundert, hatte jedoch deren Größe nicht geahnt.

Er ritt an ihre Seite. »Hier«, sagte er, löste das Plaid, das er um die Schultern trug, und übergab es ihr. »Es wird schon kalt.«

Eine kleine Furche zeigte sich zwischen ihren Brauen. »Aber Ihr habt nur den cotun.«

»Das macht nichts«, beharrte er. »Nehmt das Plaid.«

Sie sah ihn in der monderhellten Finsternis an, protestierte aber nicht weiter, nahm das Plaid und legte es sich um die Schultern. Der kleine zufriedene Seufzer, der ihr entfuhr, als sie sich in die wärmenden Falten schmiegte, entging ihm nicht. Sie warf ihm unter den Wimpern hervor einen Seitenblick zu.

»Das habt Ihr mir schon einmal gegeben.«

»Ach? Ich weiß es nicht mehr.« Sie zog einen Mundwinkel hoch, als wüsste sie, dass er log, und er wechselte das Thema. »Könnt Ihr noch aufrecht sitzen?«

»Aber ja«, sagte sie in entschlossenem Ton und nahm Haltung im Sattel an – ob sie ihn oder sich selbst von der Wahrheit ihrer Behauptung überzeugen wollte, war ihm nicht klar.

Er hielt ihrem Blick stand, wollte noch etwas sagen, wollte sie aber nicht mit bösen Erinnerungen quälen.



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